2. Bildungsweg

Der 2. Bildungsweg umfasst alle Bildungsangebote für den nachträglichen Erwerb von Schulabschlüssen. Wer den angestrebten Schulabschluss auf dem „ersten Bildungsweg“ an der Regelschule also nicht erworben hat oder konnte, kann diesen im Zweiten Bildungsweg nachholen.

Obwohl der 2. Bildungsweg eigentlich Teil der Erwachsenenbildung ist, wird er inzwischen auch von vielen Jugendlichen ohne Schulabschluss genutzt, da sie wegen Ausbildungsplatzmangel und Arbeitslosigkeit auf Angebote des 2. Bildungsweges angewiesen sind.

Traditionelle Einrichtungen im Zweiten Bildungsweg sind die Volkshochschule, die Abendschule, das Kolleg, das Telekolleg und die Fernschule. All diese Einrichtungen bereiten mit ihren Kursen auf sogenannte „externe Abschlüsse“ vor oder führen die Abschlussprüfungen sogar selbst durch.

Für Teilnehmer am 2. Bildungsweg sind die Abendgymnasien und Kollegs besonders interessant. Beide sind staatliche allgemeinbildende Schulen, organisiert wie die gymnasiale Oberstufe und im Gegensatz zu privaten Einrichtungen (die es auch unter der Bezeichnung Abendgymnasium oder Kolleg gibt) kostenfrei. „Erwachsene“ können hier ihr Abitur nachholen oder die Fachhochschulreife erlangen.

Im Gegensatz zum Abendgymnasium wird der Unterricht am Kolleg jedoch tagsüber erteilt. Teilnehmer am zweiten Bildungsweg, die am Kolleg ihre allgemeine Hochschulreife, oder die Fachhochschulreife nachholen wollen, können also nicht weiter im Beruf arbeiten – von Nebenjobs abgesehen.

Während der Teilnahme am Zweiten Bildungsweg ist grundsätzlich eine elternunabhängige Förderung durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, möglich. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Schulformen, so kann beispielsweise an einem Abendgymnasium erst ab dem 4. Semester Bafög beantragt werden (wenn man sich nun Vollzeit auf das Abitur und die Prüfung vorbereitet), beim Kolleg jedoch schon ab der Einführungsphase (im Vorkurs gibt es meist kein Bafög, da er abends mit reduzierter Studenanzahl stattfindet).

Die zunehmende Notwendigkeit eines lebenslangen Lernens wird die Bedeutung des Zweiten Bildungswegs stärken und ihm den Anstrich des nachträglichen Ausgleichs verpasster Bildungschancen nehmen.

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