Mittlerer Schulabschluss

Unter dem Begriff Realschulabschluss versteht man heute einen mittleren Schulabschluss. Dabei ist die Bezeichnung in den verschiedenen Bundesländern nicht einheitlich. So heißt der mittlere Schulabschluss in den meisten Bundesländern zwar Realschulabschluss, in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen jedoch Fachoberschulreife, in Rheinland-Pfalz Qualifizierter Sekundarabschluss I, in Niedersachsen Sekundarabschluss I und in den Ländern Berlin, Saarland und Schleswig-Holstein Mittlerer Schulabschluss (MSA). Gemeint ist jeweils ein Abschluss der Realschule oder einer vergleichbaren Schulform nach der zehnten Klasse. Darunter fallen auch Abschlusszeugnisse der zehnten Klasse auf einem Gymnasium und unter bestimmten Voraussetzungen der Abschluss einer Berufsausbildung, wenn beim Besuch der Berufsschule zusätzliche Fächer gewählt werden.

Bis auf Rheinland Pfalz führen alle Bundesländer am Ende der Sekundarstufe I zentrale Prüfungen für den Erwerb des mittleren Schulabschlusses durch. In manchen Bundesländern sind von dieser Regelung jedoch Gymnasien ausgenommen, jedoch nicht in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Mit einem qualifizierten oder sogenannten erweiterten Realschulabschluss erwerben die Absolventen der Schule die Berechtigung, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Der Unterschied zu einem normalen Realschulabschluss besteht darin, dass ein bestimmter Notenschnitt erreicht werden muss. Hierbei gibt es in den Bundesländern geringfügige Unterschiede. Der Besuch einer anderen Schule der Sekundarstufe II, wie der Fachoberschule, Berufsoberschule oder dem Berufskolleg, ist ohne einen entsprechenden Qualifizierungsvermerk möglich.

Im Jahr 2008 verfügten laut Angaben des Statistischen Bundesamtes in der Bundesrepublik 46 Prozent der Menschen über 15 Jahre einen „höherwertigen“ Schulabschluss. Insgesamt hatten 21 Prozent einen Realschulabschluss oder gleichwertigen mittleren Schulabschluss vorzuweisen. Bei älteren Jahrgängen gab es hier zum Teil große Unterschiede. So hatten 32 Prozent der 20- bis 30-Jährigen einen Realschulabschluss, aber nur 13 Prozent der Personen über 60 Jahre. Insgesamt konnten 2008 rund 15 Millionen Menschen einen solchen Schulabschluss vorweisen (Angaben: Statistisches Bundesamt).

Derzeit erreichen laut Statistischem Bundesamt jedes Jahr rund 350.000 bis 400.000 Schüler einen Realschulabschluss. Davon über 200.000 auf einer Realschule, immerhin ca. 45.000 auf einer Hauptschule und noch etwas mehr auf einer Schule mit mehreren Bildungsgängen. An Gymnasien sind es rund 25.000 Schüler und an integrierten Gesamtschulen und Waldorfschulen etwa 40.000, an Abendschulen und Kollegs (Vorkurs) erreichen diesen Abschluss nur rund 5.000 und an Sonderschulen ca. 1.000 Schüler pro Jahr.

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